Was Europas E-vantgardisten antreibt

Supersportwagen dienen der Autobranche seit Jahrzehnten als wichtige Emotions-Vehikel: Keine andere Autogattung steht so sehr für High-Speed, für Reiseerlebnisse, schlicht für die große Freiheit. Allerdings verbinden die meisten Menschen solche Autos auch mit großvolumigen Verbrennungsmotoren, die als immer weniger zeitgemäß gelten.

Droht Supersportwagen also das Dino-Schicksal – trotz aller Popularität? Ist der klassische Zweisitzer, der teure Straßenfeger, also bald ein Fahrzeug, das nur mehr im Museum steht? Diese Frage stellt ich mir vor einigen Monaten, als mich die Leiterin des Lebens-Ressorts von manager magazin auf mögliche Stories ansprach.

Dann begab ich mich auf die Suche nach europäischen Unternehmern, die Sportwagen in die CO2-ärmere Neuzeit retten wollen – mit Elektroantrieben, die enorme PS-Zahlen auf die Straße bringen. Größere Autobauer und chinesische Start-Ups ließ ich dabei außen vor – über die berichte ich ja ohnedies regelmäßig.

Ich wollte stattdessen in die exklusivere Welt der wohlhabenden Supersportwagen-Fans vordringen und jene Unternehmer finden, die an Kleinstserien für eine exklusive Klientel arbeiten.

Drei Unternehmer wollen Supersportwagen auf E setzen

Und ich wurde durchaus fündig. Zum einen in Kroatien, einem Land, das bislang nicht gerade als automobiler Hotspot galt. Die Kroaten fahren eher Gebraucht- als Neuwagen, es gibt kein größeres Autowerk in dem Land. Dafür gibt es nun einen jungen Unternehmer, der mit mittlerweile 600 Leuten am High-Performance-Elektroantrieben arbeitet und mit dem Concept Two den aktuell PS-stärksten Sportwagen auf vier Räder stellt: Mate Rimac, der bereits der “Elon Musk” des Balkans genannt wird.

Ich interviewte Mate Rimac Mitte September persönlich an seinem Hauptsitz in der Nähe von Zagreb – und war sehr beeindruckt von der Detailverliebtheit des Jungunternehmens und Rimacs Professionalität.

Rimac agiert mittlerweile als Zulieferer für die großen Namen der Automobilindustrie. Er arbeitet unter anderem für Pininfarina, das nun ebenfalls eine eigene Elektroauto-Marke aufbaut und für seinen Über-Sportwagen Battista auf Rimacs Expertise setzt. Wo genau Automobili-Pininfarina hinwill, hat mir dessen CEO Michael Perschke im persönlichen Gespräch verraten.

Und dann gibt es noch einen legendären Audi-Ingenieur, der nun auf ein ganz eigenes Konzept für ein Elektro-Supercar setzt: Roland Gumpert, einer der Miterfinder des Audi Quattro-Allradantriebs. Gumpert leitete jahrelang Audis Rallye-Team, ging für den VW-Konzern früh nach China – und baut nun mit einem chinesischen Partner im Rücken den Supersportwagen Gumpert Nathalie. Der bezieht seine 850 PS nicht nur aus einer Batterie, sondern auch aus einer Methanol-Brennstoffzelle. Diese Technologie verspricht die Lösung vieler Tankprobleme, wie mir Gumpert ausführlich in Ingolstadt erläuterte.

Wie ein Jungspund, ein auslandsgestählter Automanager und ein alter Branchen-Haudege nun die Sportwagen-Szene aufmischen wollen, können Sie in meiner Reportage nachlesen, die in manager magazin 12/2019 erschien – oder hier gegen Abo-Gebühr abrufbar ist.

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