Ob BMW, Mercedes, Renault oder General Motors: Auf dem diese Woche Anfang März startenden Genfer Autosalon stellen alle großen Autobauer ihre neuesten Elektroauto-Studien vor. Auch Fiat hat für Genf eine Reihe von neuen Modellen angekündigt. Neue E-Fahrzeuge werden die Besucher am Fiat-Stand aber vergeblich suchen.

Dahinter steckt Kalkül: „Wir machen das, was andere Hersteller auch machen: Wir entwickeln mit Nachdruck zukunftsfähige Antriebe“, sagt Fiat-Deutschland-Chef Manfred Kantner zu wiwo.de. Bloß sieht Fiat für rein elektrisch betriebene Autos zur Zeit keinen Markt: „Es wird noch fünf bis zehn Jahre dauern, bis Deutschland eine passende Infrastruktur für Elektroautos aufgebaut hat“, sagt Kantner. Man dürfe nicht den Fehler machen, den Elektroantrieb zum Allheilmittel für die Zukunft zu erklären und bestehende Technologien zu vernachlässigen: „Wir werden uns noch einige Jahre mit dem Verbrennungsmotor auseinandersetzen müssen.“

Fiat ist der Autohersteller mit dem geringsten CO2-Ausstoß: Die Fiat-Autoflotte liegt bei durchschnittlich 129 Gramm CO2 pro Kilometer und damit unter dem ab 2015 geltenden EU-Grenzwert von 130 Gramm.

Kantner zeigt sich „verwundert darüber, welcher Hype derzeit um Elektroautos gemacht wird.“ Fahrzeuge mit vernünftiger Reichweite und Alltagstauglichkeit bei vertretbaren Kosten könne derzeit kein Hersteller bieten. Dennoch beschäftigt sich auch Fiat mit dem Elektroantrieb: Auf dem Flughafen Turin werden dank einer Kooperation mit Fiat elektrisch angetriebene Fahrzeuge eingesetzt. Anfang des Jahres hat Fiat eine Studie seines Kleinwagens Cinquecento mit Elektroantrieb vorgestellt. Doch Fiats Ansatz ist es „diese Technologie zuerst zur Serienreife zu entwickeln und nicht Erfahrungen auf dem Rücken der Kunden zu machen“, so Kantner.

Das von mir geführte vollständige Interview mit Aussagen zu Preiskämpfen, Fiats Sonderkonjunktur im Jahr 2009 und der Zukunft der Marke Lancia finden Sie auf wiwo.de: „Wir setzen den Wachstumskurs der letzten Jahre fort“

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