Hartnäckige Probleme erfordern ungewöhnliche Taten: Nach dieser Devise handelt der Autohersteller Opel schon seit längerem. Ihr schlechtes Image in Deutschland bekämpften die Rüsselheimer mit der Werbekampagne “Umparken im Kopf”, in der sie ihren Ruf selbst ein wenig auf die Schippe nahmen. So etwas gilt unter Autobauern schon als höchst gewagt. Dem Vorwurf mittelmäßiger Qualität begegnen sie mit Extras wie etwa Massagesitzen im Kompaktwagen Astra, die bislang nur teuren Oberklassefahrzeugen vorbehalten waren.

Doch seit einigen Wochen hat der Autobauer ein Problem am Hals, dass sich nicht mit Werbespots oder Luxusfeatures ausbügeln lässt: Zuletzt mehrten sich die Vorwürfe , dass Opel bei seinen Dieselmotoren die Abgasreinigung häufiger herunterregelt als eigentlich notwendig. Der VW-Abgasskandal lässt grüßen. Seit Wochen wiederholen die Rüsselsheimer mantra-artig, in ihren Autos keine illegalen Abschaltvorrichtungen eingebaut zu haben und sich an alle Gesetze zu halten. “Der Spiegel”, das ARD-Magazin “Monitor” und die Deutsche Umwelthilfe sehen das anders: Sie beauftragten einen IT-Experten, der sich in die Motorsteuerungssoftware eines Opel Zafira hackte. Dabei förderte er ein paar seltsame Bedingungen zu Tage, bei denen sich die Abgasreinigung des Zafira angeblich abschaltet.

Zunächst erklärte Opel-Chef Karl-Thomas Neumann persönlich, dass bei Opel nicht getrickst werde. Am gestrigen Freitag legte die Presseabteilung in Rüsselsheim noch einmal kräftig nach: Sie verfasste das wohl längste Dementi der Automobilgeschichte – und ging in ihrer Stellungnahme auf die Medienvorwürfe Punkt für Punkt mit einer Fülle an technischen Details ein. Welche Vorwürfe Opel damit kontert und wie weit die Rüsselsheimer die Anschuldigungen wirklich entkräften können, lesen Sie in meiner Story für manager-magazin.de. Anders als manche Kollegen habe ich mich komplett durch den mehrseitigen Text gewühlt – und mir genau angesehen, wie Opel argumentiert und wo die Rüsselsheimer (bewusst?) schwammig bleiben.

Schreibe einen Kommentar