Sie sitzen dort, wo wohl nur wenige Konsumenten mit derart fiesen Abzock-Methoden rechnen: Die obskuren Kosmetik-Anbieter „Obey Your Body“ und „Gratiae“ haben sich mit eigenen, schicken Shops auf Flughäfen und in großen Einkaufszentren eingemietet.

Ihre Masche ist gekonnt: Ein Mitarbeiter lockt mit einem Gratispröbchen ins Geschäft. Dort trägt er flugs Creme auf, um deren Wirkung zu „beweisen“, preist deren angeblich hochwertige Inhaltsstoffe an – und verlangt dann gerne mal 150 Euro für eine Tube Peeling. Wem das zu viel ist, der erhält zuerst einen kleinen Nachlass und bald eine „zufällig“ beschädigte Verpackung mit gleichem Inhalt zum halben Preis.

Meine Kollegin Mirjam Hecking und ich haben uns in die ölige Verkaufszone der beiden Marken begeben. Wir wollten erfahren, wer hinter den Marken steckt, wer sie produziert. Zudem interessierte uns, wie beide Kosmetikanbieter ihre sehr hohen Preise rechtfertigen – und weshalb die Marken auf so aggressive Verkaufstaktiken setzen. Von den Flughafenbetreibern wollten wir wissen, was sie gegen die fiesen Verkaufstricks dieser Shops unternehmen.

„Obey Your Body“ und „Gratiae“ sind großes Kino – für Versprechen gibt es keine Belege

Das Ergebnis hat uns überrascht. Denn die Flughafen-Betreiber sind offenbar nicht willens, den fiesen Verkaufszirkus der beiden Marken wirkungsvoll unterbinden. Gerade mal mündliche Ermahnungen gab es für die Shop-Betreiber von „Obey Your Body“ und Gratiae“. Gründlich durchleuchtet hat die beiden Marken wohl kein Airportbetreiber.

Denn sonst wäre den sonst um exklusive Marken bemühten Flughafen-Managern vielleicht eines aufgefallen: Die beiden angeblich so exklusiven und deshalb teuren Kosmetikmarken tun auffällig viel, um ihre Herkunft zu verschleiern. Wochenlang haben wir Shopbetreibern, Generalimporteuren und angeblichen „Firmenzentralen“ hinterhertelefoniert – mit Ergebnissen, die so trübe waren wie die in den Tiegeln zusammengemischten Cremes. Schließlich gab uns doch noch jemand Antworten – die anders ausfielen, als wir es von einem seriösen Unternehmen erwartet hätten.

Den kompletten Report über die beiden Marken, die auf Airports und in Einkaufszentren wohl schon tausende Kunden über den Tisch gezogen haben, lesen Sie auf manager-magazin.de.

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