Louis Palmer ist weit herumgekommen – und das noch dazu klimaneutral. Für seine letzte Weltreise brauchte der Schweizer 534 Tage. Satte 54.000 Kilometer legte er  in seinem Solartaxi zurück, das ausschließlich mit Sonnenenergie lief. Eineinhalb Jahre nach seiner Weltumrundung verknappt der Öko-Abenteurer nun die Zeit – und startet mit Gleichgesinnten ein Öko-Abenteuer der besonderen Art: Die „Zero Emissions Race“.

„Wir machen das längste und grünste Autorennen aller Zeiten“, verspricht Palmer vollmundig auf der Wettkampf-Website. Gestern fiel schweizerischen Luzern der offizielle Startschuss, heute starten die Teams mit Elektrofahrzeugen auf den Platz der Nationen vor der UN-Vertretung in Genf. In 80 Tagen sollen die vier Teams insgesamt 34.000 Kilometer durch 16 Länder zurücklegen und 150 Städte besuchen. Die Teilnehmer kommen aus der Schweiz, aus Südkorea, aus Australien – und mit dem Team Vectrix auch aus Deutschland. Ein weiteres Team aus Spanien sagte kurz vor dem Start wegen Batterieproblemen ab.

Das Berliner Team Vectrix startet mit einem Elektroroller, wobei die Rennen nicht ausschließlich nach dem Erreichen der Ziellinie nach möglichst kurzer Zeit beurteilt werden. Kriterien wie Verlässlichkeit, Energieeffizienz, Design und Popularität bei den Zusehern sollen in die Gesamtwertung einfließen.

Auf ihrer Route wollen die Phileas Foggs des Elektroauto-Zeitalters Aufklärung in Sachen E-Mobilität betreiben: Staatspräsidenten gehören ebenso zu ihren Gesprächspartnern wie einfache Leute am Weg, verspricht Palmer. „Wir wollen zeigen, dass Elektromobillität und erneuerbare Energien verlässlich sind und Spaß machen,“ so Palmer in seiner Eröffnungsrede.

Für sein Vorhaben hat er prominente Schirmherren gewonnen: Der Chef des UN-Umweltprogramms, Achim Steiner, unterstützt das Nullemissions-Rennen ebenso wie Rajendra Pachauri, Direktor des Internationalen Klimarats EPCC. Mit den Elektroautos fahren die Öko-Rennfahrer unter anderem über Brüssel, Berlin, Wien, Kiew und Almaty bis Shanghai. Dann geht es über den Atlantik nach Vancouver. Zur Weltklimakonferenz, die vom 29. November bis 10. Dezember stattfindet, will Palmer am Tagungsort in Cancun, Mexiko eintreffen. Im Gepäck wird er eine „große, aufblasbare Null mit Unterschriften“ haben, verspricht Palmer, um die „Staatenlenker dazu zu inspirieren, weiter für den Planeten zu kämpfen“. Große Chancen sollte sich Palmer dabei aber nicht ausrechnen: Die Chancen für striktere CO2-Emissionsregeln sind eher gering. Danach steht die Schlussetappe in Europa an – von Lissabon über Madrid nach Genf.

Damit das Rennen tatsächlich klimaneutral verläuft, hat sich Palmer ein ganz besonderes Reglement ausgedacht. Die Batterien der Elektrofahrzeuge werden zwar an Steckdosen aufgeladen. Doch zum Ausgleich müssen die Teams jene Menge an Elektrizität aus erneuerbaren Energiequellen wie Solar, Wind- und Wasserkraft oder Erdwärme in das jeweilige Stromnetz einspeisen, die von ihren E-Mobilen verbraucht wurde. „So ist die ökologische Strombilanz ausgeglichen“, sagt Palmer.

Diesen Artikel finden Sie auch im Blog Wattgetrieben auf wiwo.de: In 80 Tagen elektrisch um die Welt

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