Actros, Antos oder Atego: Diese klanglich ähnlichen Namen gehen Wolfgang Bernhard seit drei Jahren ziemlich locker von der Zunge. Der lange als Daimler-Kronprinz gehandelte Automanager beschäftigt sich mit dem schwersten, was die Stuttgarter zu bieten haben: Der Nutzfahrzeug-Sparte mit Lkws und Bussen, die er im April 2013 von Andreas Renschler übernahm.

Renschler hat mittlerweile bei Volkswagen angedockt – wohl auch aus Frust darüber, dass ihm die Mercedes-Truckingsparte entzogen wurde. Nun soll er für die Wolfsburger die Marken Scania, MAN und VW Nutzfahrzeuge zu einem schlagkräftigen Lkw-Verbund zusammenfügen.

Solche Sorgen plagen den 55-jährigen Bernhard nicht. Die Stuttgarter sind seit langem Weltmarktführer im Nutzfahrzeug-Bereich. Bernhards Job ist es, dafür zu sorgen, dass das so bleibt. Und er schlägt dabei eine durchaus gewagte Richtung ein: Er will dem Lkw das Selbstfahren beibringen. Unter seiner Leitung hat Daimler die ersten Test-Lkws auf die Straße gebracht, die ohne Zutun eines Fahrers vorwärtskommen.

Deutlich mehr Platz für Sensoren, eher moderate Geschwindigkeiten, vor allem auf Autobahnen unterwegs: Die Stuttgarter haben ein paar gute Gründe dafür parat, warum sich ausgerechnet schwere Lkws ziemlich gut für das autonome Fahren eignen. Das soll nicht nur für mehr Sicherheit auf den Autobahnen sorgen. Bernhard hofft auch, damit einen Beitrag zur Lösung des Nachwuchs-Problem der Brummi-Branche zu leisten. Denn wenn Lkws bei monotonen Strecken selbst das Steuer übernehmen, so argumentiert er, dürfte das auch die Attraktivität des Arbeitsplatzes steigern.

Daimler liefert noch in diesem Jahr erste Leicht-Lkw in den Iran

Ich traf Bernhard bei einer Branchentagung Ende Juni in Frankfurt zu einem Einzel-Interview. Von früheren Rampensau-Zeiten, als er mit einem 500 PS-Motorrad auf die Bühne röhrte, lässt sich Bernhard heute nichts mehr anmerken. Im Gespräch wählte er seine Worte mit Bedacht, bastelte vorsichtig an der richtigen Formulierung – und gab auch über einen Hoffnungsmarkt bereitwillig Auskunft.

Was Bernhard über autonome fahrende Lkws, mögliche Elektro-Trucks und seinen baldigen Start im Iran zu sagen hat, lesen Sie in meinem Interview auf manager-magazin.de. Exklusiv daran ist nicht nur Bernhards Aussage, dass die Leicht-Lkw-Lieferungen noch in diesem Jahr starten. Auch die Details zum Aufbau der Produktion hatte noch keiner meiner Kollegen erfahren.

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