Glubschaugen-Scheinwerfer, Zweifarben-Lackierung, Käfer-typisches Motorenrasseln: Die VW-Transporter der 1950 und 1960er-Jahre, liebevoll „Bulli“ getauft, haben heute noch eine treue Fangemeinde.

Wie viele Bulli-Fahrer auch VW-Aktien besitzen, ist leider nicht statistisch erfasst. Der Bulli mag etwas höhere Drehzahlen – und hochtourig ging es auch bei der diesjährigen VW-Hauptversammlung zu. Kleinaktionäre und Fonds-Repräsentanten machten ihrem Ärger Luft. Sie zeterten über den Abgasskandal, die Aufsichtsratsführung nach Gutshof-Art, das verspielte Vertrauen, und die Mini-Dividende.

VW-Chef Matthias Müller gelobte Besserung, sprach von der Krise als Chance, und will das Umweltsünder-Image nun mit ganz viel Elektromobilität wieder aufpolieren. Zufrieden waren die Anteilseigner dennoch nicht: Stundenlang beschimpften sie die Konzernführung und hielten ihr die Verfehlungen der vergangenen Monate vor.

Es war das, was man eine eher heiße VW-Hauptversammlung nannte: Denn in den Messehallen von Hannover mussten die VW-Topmanager ein Dutzend Stunden lang geduldig die Kritik ihrer Aktionäre hinnehmen.

Live-Ticker zur VW-Hauptversammlung ist Teamwork-Übung

Den Überblick zu behalten bei dem doch etwas chaotischen Ablauf war gar nicht so einfach. Denn neben Dutzenden Wortmeldungen gab es auch noch zwei Abstimmungen darüber, ob Aufsichtsratschef Hans-Dieter Pötsch überhaupt die VW-Hauptversammlung leiten dürfe.

Die Leser von manager magazin online sollten da dennoch den Durchblick behalten. Deshalb haben wir sie mit einem Live-Ticker zur Hauptversammlung versorgt, der das Gesagte einordnete – und in einen größeren Zusammenhang stellte. So etwas gelingt nur im Teamwork: Ich hörte vor Ort in Hannover zu und schrieb knappe Sätze, meine Kollegen in der Hamburger Redaktion lasen diese auf Rechtschreibfehler gegen und ergänzten den Ticker um die eine oder andere Information aus Nachrichtenagenturen. So waren wir ganz nahe dran am Geschehen – und konnten auf die wichtigsten Dinge fokussieren.

Für all jene, die weniger Zeit mitbrachten, erklärte ich die wichtigste Erkenntnis des Tages noch in einem kurzen Kommentar. Denn auch wenn die Wutaktionäre ihre großen Auftritte hatten: Ändern konnten sie nichts. Dafür sind die Hauptaktionäre des größten europäischen Autoherstellers, die Familien Porsche und Piëch, das Land Niedersachsen und das Emirat Katar, einfach zu mächtig. Meinen Kommentar über die schreckliche Macht der 89 Prozent lesen Sie auf manager-magazin.de.

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