Wie Cadillac seine Europa-Misere lösen will

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Cadillac – diesen Namen verbinden viele mit unendlich langen und unglaublich durstigen Heckenflossen-Straßenkreuzern. Verkaufsfördernd ist das nicht gerade. Dabei arbeitet die Luxusmarke seit längerem ziemlich ernsthaft daran, genau dieses Opa-Image abzuschütteln.

Die Mutter General Motors stellt für die Generalüberholung der einst so klangvollen Marke viel Geld zur Verfügung. In den vergangenen fünf Jahren haben die Amis ihr Modellangebot kräftig umgekrempelt. Die Cadillacs der neuen Ära haben Hinterradantrieb, ein gewagtes Design, und sind ziemlich sportlich abgestimmt. Von alten Glanzzeiten ist die Marke zwar noch weit entfernt. Doch im fernen China verkaufen sich die neuen Caddys gar nicht mal schlecht –  weil sie gar nicht mal schlecht sind. Und auch im Heimatmarkt USA zeigen die Caddy-Zulassungszahlen nach jahrelangem Niedergang wieder nach oben.

Blöd nur, dass dies in Europa kaum einer mitbekommt. Cadillacs sind auf Europas Straßen ungefähr so häufig anzutreffen wie Braunbären. Kein Wunder, denn die Amerikaner haben in Europa kein Händlernetz mehr, das diesen Namen verdient. Sie haben keine Dieselmotoren im Angebot, Rechtslenker-Fahrzeuge fehlen – und damit so ziemlich alles für einen brauchbaren Markenauftritt.

Eine Luxusmarke, die in Europa fast vom Markt verschwunden ist

Deshalb hat Cadillac auch in keinem EU-Land mehr einen nennenswerten Marktanteil, gibt Uwe Ellinghaus unumwunden zu. Der einstige BMW-Manager ist vor gut drei Jahren zu den Amerikanern gegangen. Als weltweiter Marketingchef soll er nun dafür sorgen, dass die ehrwürdige Marke in sämtlichen Weltregionen wieder Glanz bekommt.

Für Europa, so erklärte er im Interview mit manager-magazin.de, peilt er eine Mindestpräsenz an mit fünfstelligen Jahres-Absatzzahlen. Derzeit kommt Cadillac nicht mal auf 1000 EU-weit verkaufte Neuwagen pro Jahr. Doch ab 2020 will Cadillac nicht nur Dieselmotoren anbieten, sondern auch mit einem neuen, kompakten SUV vorrollen.

Cadillac macht sich leichter

Die Amerikaner haben bereits einen Punkt gefunden, in dem sie der großen deutschen Konkurrenz voraus sein wollen: Bei der Agilität und Leichtigkeit ihrer Fahrzeuge. Ihr neues Flaggschiff CT6, eine 5,20 Meter lange Limousine im S-Klasse-Format, liegt beim Leergewicht sogar knapp unterhalb des deutlich kleineren 5er-BMW. Damit biete man den Fahrspaß einer Mittelklasse-Luxuslimousine und das Platzangebot der Oberklasse, wirbt Ellinghaus. „Wir bauen heute die Autos, die BMW nicht mehr bauen kann und will“, meint er ziemlich selbstbewusst.

Das komplette Interview, in dem Ellinghaus auch klare Worte für den deutschen Markt und die Cadillac-Positionierung findet, lesen Sie bei manager-magazin.de. Die aktuelle Modellpalette der Amerikaner, garniert mit perfekt ausgeleuchteten Autobildern, können Sie hier betrachten.

Über den Autor:

Ich bin Wirtschaftsjournalist, entwickle Online-Inhaltsformate und schreibe am liebsten Business-Berichte mit Biss - erzählt in der jeweils passenden Inhaltsform. Dafür nutze ich alle Möglichkeiten, die das Handwerkszeug des Online-Qualitätsjournalismus hergibt. Angeeignet habe ich mir das in mehr als einem Dutzend Jahren beim SPIEGEL-Verlag und der Verlagsgruppe Handelsblatt.

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