Üblicherweise schreibe ich über die Autobranche. Doch gelegentlich brauchen Journalisten Abwechslung vom Alltags-Thementrott. Die große Weltpolitik, das wäre doch was. Was liegt näher, als sich für die Angelobung des neuen US-Präsidenten einen neuen Aspekt zu überlegen? Das klappt, auch wenn der 45. Präsident der USA Donald Trump heißt. Ein Mann, über den US-Medien seit mehr als drei Jahrzehnten berichten. Der den hässlichsten, brutalsten und rassistischsten Wahlkampf seit langem führte. An dem gut belegte Vorwürfe abzuprallen scheinen wie Fett von einer Teflon-Pfanne.

Es wird nie so heiß gegessen wie gekocht – an dieses Sprichwort glauben viele politische Beobachter , wenn sie die künftige Politik von Präsident Trump skizzieren sollen. Doch stimmt das? Wofür steht der Mensch Donald Trump, woran glaubt er, was kann er?

Wenn erfolgreiche Amerikaner der Öffentlichkeit etwas Tiefergreifendes mitteilen wollen, geben sie üblicherweise nicht nur Interviews. Sie schreiben gleich ein ganzes Buch. Das zumindest war mein Eindruck, als ich 18 spannende Monate lang Journalismus in New York studierte. Darauf besann ich mich – und besorgte mir zur Einstimmung auf die Inauguration das laut Trump „zweitbeste Buch nach der Bibel“: Sein Werk „The Art Of The Deal“, bei dem er sich von einem Journalisten kräftig Ghostwriting-Hilfe holte.

Vor 30 Jahren, nämlich 1987, erschien Trumps Buch. Es verrät einiges über ihn, dass auch noch heute Gültigkeit haben dürfte. Wie in vielen Wirtschaftsbüchern finden sich auch in Trumps Werk etliche Binsen. Es ist selbst für einen New York-Fan wie mich mühsam zu lesen. Denn ganze Kapitel drehen sich um irgendwelche Immobiliendeals, die heute kaum mehr interessieren. Doch eine zentrale Erkenntnis hatte Trump schon vor 30 Jahren: Wenn man Leuten etwas verspricht, muss man es auch halten. Sonst wird man unglaubwürdig. Angesichts seiner Wahlversprechen klingt das heute wie eine schlimme Drohung.

Wie Trump sich selbst sieht – und wie wenig er über die Kunst des guten Deals verrät – lesen Sie in meiner Buch-Nachlese auf manager-magazin.de.

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