Opels Mutter General Motors zahlt ihre US-Staatshilfen früher als erwartet zurück. Doch in Deutschland ist der Autobauer aber noch nicht aus dem Gröbsten heraus. Opels Verkäufe sind im ersten Quartal eingebrochen. Zudem kämpfen die vier Opel-Standorte um Aufträge. So wehrt sich etwa der Bochumer Opel-Betriebsratschef Rainer Einenkel mit allen Mitteln gegen den drohenden Abzug der vereinbarten Produktion des neuen Astra Caravan. „Das Bochumer Werk darf nicht Blutspender für andere Standorte werden, damit diese überleben können“, sagte mir Einenkel, als ich ihn für wiwo.de, das Online-Portal der WirtschaftsWoche, interviewte.

Einenkel stellte gleich einmal die Rute ins Fenster: Sollte er bei den Verhandlungen keine Perspektive für Bochum erkennen, werde sich das Werk nicht an den GM-Sanierungsplänen beteiligen. Im Klartext: Er will sich gegen etwaige Staatshilfen für Opel querlegen und darin ist er sich mit der Landesregierung einig. Auf Staatshilfen scheint Opel aber angewiesen zu sein. Im Gespräch mit meinem Kollegen Martin Seiwert erklärte Opel-Chef Nick Reilly heute, dass Opel in Europa Bürgschaften von 1,8 Milliarden Euro benötige –  trotz GMs schneller Rückzahlung der staatlichen Hilfen  in den USA

Hintergrund des internen Opel-Streits um die Produktion neuer Modelle sind Zusagen, die jetzt offenbar nicht mehr so recht gelten. Das Bochumer Werk hat laut Einenkel mit GM vereinbart, dass der neue Astra zuerst in England gebaut wird und als weiterer Standort das Werk Bochum vorgesehen ist. Doch das Opel-Werk in Rüsselsheim braucht dringend einen Ersatz für die zugesagte Fertigung des neuen Saab. Seit dem Verkauf des schwedischen Autobauers ist klar, dass Saab-Autos künftig ausschließlich in Schweden gebaut werden.

Rüsselsheim fordert deshalb, dass der neue Astra auch in der Caravan-Variante im Opel-Stammwerk gefertigt wird. Doch dann bliebe Bochum nur mehr die Fertigung des neuen Zafira, der ab 2011 vom Band laufen wird. Mit einem einzigen Modell sieht Einenkel aber keine Überlebenschancen für seinen Standort. „Die Diskussion zwischen den einzelnen Werken ist nicht gerade einfach“, gab Einenkel in dem Interview zu. Als Alternativen kämen für Einenkel auch die Fertigung einer Chevrolet-Variante oder der Bau des Elektroautos Ampera in Frage.

Mehr dazu lesen Sie in meiner Exklusivmeldung für wiwo.de. Das vollständige Interview mit Rainer Einenkel finden Sie hier.

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