Gerade mal drei Wochen ist der neue Porsche-Chef Matthias Müller im Amt – und schon steht er vor der ersten Herausforderung. Der Sportwagenbauer soll sich wieder auf das Autobauen statt auf komplizierte Finanztransaktionen konzentrieren, hat Müller mehrfach betont. Doch ausgerechnet Porsches wichtigstes Modell, die Auto-Ikone 911, gerät ins Schleudern. Von Mitte 2009 bis Mitte 2010 verkaufte Porsche nur 19.663 911er-Sportwagen, das ist ein Minus von 27,4 Prozent im Vergleich zum Jahr davor. Im Juli und August dieses Jahres gönnten sich laut den Verkaufszahlen von Jato Dynamics nur 3722 Porsche-Fans einen neuen 911, um 508 weniger als im Sommer 2009.

Porsche erklärt den Einbruch damit, dass der aktuelle 911er am Ende seines Lebenszyklus steht und Käufer lieber auf das neue Modell warten würden, das Anfang 2012 auf den Markt kommen soll. Doch die Zeit bis dahin ist noch lang. Deshalb hat Müller vergangenen Montag ein Paket von 40 Maßnahmen auf den Weg gebracht, um den Verkauf anzukurbeln.

In Deutschland will Porsche etwa ab Ende Oktober Kunden deutlich attraktivere Leasing-Konditionen als bisher anbieten. Zudem soll die Nutzung von Werkswagen auf durchschnittlich ein Jahr reduziert werden, um einen schnelleren Durchlauf zu erreichen. Mit Verkäuferwettbewerben will Porsche erreichen, dass sich die Autohäuser nun besonders ins Zeug legen. „Wir wollen deutliche Impulse geben, damit die Handelsorganisation noch stärker auf mögliche Interessenten zugehen“, heißt es bei dem Sportwagenbauer.

Porsches Ziel für die Verkaufsoffensive ist bescheiden: Sie soll die 911-Verkäufe auf dem niedrigen Niveau zu halten. In den Wintermonaten verkaufen sich Sportwagen ohnedies nicht besonders gut – und an der Rabattschraube will Porsche bei seiner Ikone nicht zu stark drehen.

Disclaimer: Eine geringfügig überarbeitete Fassung dieses Artikels ist bei wiwo.de erschienen: Porsche stemmt sich gegen Absatzrückgang bei 911er

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