Schön ist er nicht, dafür sauberer als alle anderen: Das einzige Abgas, das Toyotas Brennstoffzellen-Auto Mirai beim Fahren aus dem Aufpuff pustet, ist reiner Wasserdampf. Es ist eine faszinierende Technologie, die Toyota nun in Japan in Serie produziert. Mein Kollege Nils-Viktor Sorge und ich wollten wissen, ob diese Technologie auch in Deutschland Zukunft hat – und schlugen Toyota deshalb ein ungewöhnliches Projekt vor.

Unsere Ausgangslage: Der erste Mirai-Langstreckentest in Europa

Über Monate fragten wir immer wieder bei Toyota an, wann denn der Mirai nach Europa komme. Und unsere Bemühungen hatten Erfolg: Als erste Journalisten in Europa stellte uns Toyota seinen Mirai für  mehrere Tage zum Testen zur Verfügung. Bis dahin waren Journalistenkollegen gerade mal stundenweise im Mirai gesessen – wir konnten den Wagen mehrere Tage am Stück testen.

Anfang November 2015 fuhren wir zwei Tage lang mit dem Mirai quer durch Deutschland – nach längerer Vorausplanung. Denn im ganzen Land gibt es gerade einmal 15 Wasserstoff-Tankstellen, in den beiden Großstädten Berlin und Hamburg sind es zusammen acht Stück. Über 1000 Kilometer durch Deutschland zu fahren gleicht da schon fast einer Pionierleistung. Unsere Route von Hamburg über Berlin ins bayerische Geiselwind und zurück über Frankfurt in die Hansestadt mussten wir exakt planen – und manche Autobahnteile mit gerade mal 90 km/h befahren, damit uns der Wasserstoff unterwegs nicht ausging.

Unser Ansatz: Leser live mitfiebern lassen

manager-magazin.de-Leser konnten live mitfiebern: Denn wir berichteten über die Fahrt und unserer Erfahrungen aus dem fahrenden Auto heraus – per Live-Ticker auf manager-magazin.de (hier die chronologisch geordnete Version), über den auch unsere große Verlagsschwester Spiegel Online berichtete.

Bei unserer Fahrt hielten wir natürlich sämtliche Verkehrsregeln ein – denn einer fuhr, während der andere am Beifahrersitz in die Laptop-Tasten haute. Es ist ein Liveformat, dass so kein anderer Verlag bietet, und das mm.de-Leser mit hohen Klickzahlen würdigen.

Unsere Umsetzung: Rundum-Reportage statt Fahrtest

Denn bei unseren Live-Reportagen gehen wir weit über reine Fahrtests hinaus. Auf der Mirai-Tour etwa trafen wir Elektroauto-Enthusiasten in Berlin zu einer kleinen feinen Wettfahrt. Wir fragten während der Fahrt per Telefon bei Experten nach, die uns manche Infrastruktur-Probleme erläutern sollten. Und wir besuchten eine Pilotanlage in Maiz, in der Windstrom für die Wasserstoff-Erzeugung eingesetzt wird. Leser konnten uns während der Fahrt per Facebook Fragen schicken, die wir beantworteten.

Unser Ziel war es, Antworten auf die Frage zu finden, wie fit Deutschland bereits für das Wasserstoff-Zeitalter ist. Diese Antworten gaben wir nicht nur im Liveticker – sondern in mehreren Bildergalerien und Facebook-Kommentaren. So stellen wir uns Online-Reportagen im 21. Jahrhundert vor.

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