Gigantische Konjunkturpakete, Bankenschließungen im Akkord, Finanzspritzen in Milliardenhöhe – aber auch ein wahrhaft präsidialer Amtsantritt in den USA und ein historischer Machtwechsel in Deutschland: Das gerade ablaufende Jahr war reich an Dramatik, reich an Höhepunkten, reich an grundsätzlichen Debatten über die Rolle von Staat und Kapitalismus.
Zudem hat es Wirtschaftsinteressierte mit zahlreichen neue Worschöpfungen beglückt. Von der Abwrackprämie für Altautos über „notleidende“ Banken bis hin zum systemischen Risiko: Das Dickicht des Wirtschafts-Kauderwelschs wuchs in den vergangenen 12 Monaten deutlich schneller als noch in den Jahren zuvor.

Zahlreiche Gedenksteine pflastern dieses Jahr den Wegesrand. Traditionskonzerne wie Karstadt, Quelle, Märklin oder Rosenthal verschwanden im dunklen Loch der Insolvenz, einige schafften es aber zurück in die lichte Geschäftswelt. Gedacht wurde auch an Zurückliegendes: So feierte Deutschland 20 Jahre Mauerfall und 60 Jahre Bundesrepublik.

Eines lässt sich aber jetzt schon absehen: 2009 war das Jahr, in dem die staatliche Lenkung eine triumphale Wiederaufersteheung feierte. Milliarden wurden für Programme zur Konjunkturbelebung, für die Stützung maroder Banken oder für die darbende Automobilindustrie lockergemacht. Die Zeche zahlt der Steuerzahler in den nächsten Jahren und Jahrzehnten. Doch es findet sich kaum ein Unternehmer, der das staatliche Durchgreifen lauthals kritisiert. Denn ohne den dämpfenden Geldpolster aus der Staatsschatulle wären wir wohl alle deutlich härter gefallen.

Im Jahresrückblick auf wiwo.de lassen meine Kollegen und ich das Jahr 2009 nochmal Revue passieren: So war 2009

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